Lektion 14 Lektion 14

Das Mahl des Herrn

Was versteht man unter dem „Mahl des Herrn“?
Wie entstand das „Mahl des Herrn“?
Welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede haben „Passah“ und „Mahl des Herrn“?
Welche Bedeutung hat das „Mahl des Herrn“?
Wie feiert man das „Mahl des Herrn“?
Wann und wie soll man am „Mahl des Herrn“ teilnehmen? Inhalt

1. Sachanalyse

1.1. Was versteht man unter dem „Mahl des Herrn“?

Alle unten stehenden Begriffe beziehen sich auf das Mahl, das der Herr Jesus am Vorabend seiner Kreuzigung einsetzte[cite: 1]. Mit seinen Jüngern hielt er sich in Jerusalem auf[cite: 1]. Sie versammelten sich in einem Obersaal, um das jüdische Passahfest zu feiern (Lk 22,7-18)[cite: 1]. In Lukas 22,19-20 ist zu lesen, wie der Herr Jesus den Jüngern ein neues Mahl gibt[cite: 1]. Dieses Mahl kommt heute vor unter folgenden Begriffen[cite: 1]:

  • Brotbrechen:
    Wesentlicher Bestandteil dieses Mahles ist, dass Brot gebrochen und verteilt wird[cite: 1]. Daher der Name[cite: 1]. Es ist der am häufigsten vorkommende Begriff für das Mahl[cite: 1]. An folgenden Stellen begegnen wir dem Begriff: Mt 26,26; Mk 14,22; Lk 22,19; Apg 2,46; Apg 20,7; Apg 20,11; 1Kor 10,16-17; 1Kor 11,23.26.27.28[cite: 1].
  • Mahl des Herrn oder Herrenmahl:
    Der Begriff kommt in dieser Form lediglich in 1. Korinther 11,20 vor[cite: 1]. Die Begriffe weisen auf den Herrn hin (von uns weg), zu dessen Gedächtnis man sich versammelt[cite: 1]. Er hat das Mahl eingesetzt, und um IHN geht es bei dem Mahl[cite: 1].
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  • Abendmahl:
    Der Begriff weist auf den Zeitpunkt hin, als dieses Mahl zum ersten Mal gefeiert wurde, nämlich am Vorabend der Kreuzigung (Mk 14,17)[cite: 1].
  • Tisch des Herrn:
    Der Begriff kommt in dieser Form nur in 1. Korinther 10,21 vor[cite: 1]. Es ist ein alttestamentlicher Begriff, und zwar der vom Brandopferaltar im Tempelvorhof, wo u.a. Speisopfer dargebracht wurden (Mal 1,7)[cite: 1]. In 1. Korinther 10 steht der Begriff im näheren Zusammenhang der Ausführungen von 1. Korinther 10,16-22[cite: 1]. In den Versen 16 und 17 ist von der Gemeinschaft des Blutes und des Leibes des Christus die Rede, die besonders beim Herrenmahl zum Ausdruck kommt[cite: 1]. Der Begriff „Tisch“ lenkt das Verständnis des Mahles in Richtung Tisch-Gemeinschaft von den vielen Erlösten mit ihrem Erlöser, dem Herrn Jesus Christus, auf der Grundlage seines vollbrachten Opfers[cite: 1]. Tischgemeinschaft meint hier die umfassende Lebensgemeinschaft mit dem Herrn Jesus[cite: 1].
1.2. Wie entstand das Mahl des Herrn?

Gemäß des mosaischen Gesetzes (2Mo 12,24-27) feierte der Herr Jesus mit seinen Jüngern zusammen das Passah[cite: 1]. Dieses bedeutendste jüdische Fest und Gedächtnismahl erinnerte jährlich an Gottes Macht und Größe, als er damals das Volk Israel mit starker Hand aus der Sklaverei Ägyptens herausführte[cite: 1].

Das Passahmahl zur Zeit Jesu war bereits von einer festen Liturgie geprägt, die sich aus verschiedenen Elementen zusammensetzte: Gebete, Lob- und Segenssprüche, Passah-Andacht, Deutungen zu den Besonderheiten des Passahmahles, Passahlamm, ungesäuertes Brot, Bitterkräuter, Lobgesang[cite: 1].

Der Ablauf lässt sich folgendermaßen beschreiben: Bei der Vorspeise wird zunächst ein Festtagssegen und über den ersten Becher (Qidduschbecher) vom Hausvater ein Bechersegen ausgesprochen[cite: 1]. Danach wird die Hauptspeise aufgetragen und der zweite Becher (Haggadabecher) vorgesetzt[cite: 1]. Jetzt folgt die Passah-Andacht mit der Deutung einzelner Bestandteile des Mahles und ein Lobgesang (Passah-Hallel)[cite: 1]. Der zweite Becher wird getrunken, anschließend folgt das Tischgebet des Hausvaters über dem ungesäuerten Brot mit dem gemeinsamen Verzehr des Mahles (Passahlamm, Mazzen, Bitterkräuter und Wein)[cite: 1]. Danach wird ein Gebet über den dritten Becher (Segensbecher) gesprochen[cite: 1]. Den Abschluss des Mahles bildet der zweite Teil des Passah-Hallels (Ps 115 – 118) und der Lobspruch über den vierten Becher[cite: 1].

Eine Deutung von Einzelelementen des Passahmahles war also fester Bestandteil der Mahlfeier (so z.B. zu den Mazzen: „Siehe, das ist das Elendsbrot“, vgl. 5Mo 16,3)[cite: 1]. Der Herr Jesus setzte sich jedoch vom gebräuchlichen Verlauf des Passahmahles ab, indem er die Deutung nicht vor dem Mahl in einer Andacht, sondern beim Austeilen des Mahles vornimmt (der Becher mit Wein, den er neu deutet, ist also der dritte Becher im Verlauf des Passahs, der sog. Segensbecher, vgl. 1Kor 10,16) und noch dazu bezogen auf die Elemente Brot und Wein, die normalerweise nicht im Vordergrund der Deutung standen[cite: 1]. Der Herr Jesus stellt also mitten im Verlauf des traditionellen Passahmahles einen völlig neuen Zusammenhang her zwischen zwei Elementen des Mahles und seiner eigenen Person und weist damit auf ein neues Erlösungswerk hin, das durch sein stellvertretendes Sterben geschieht und an dem die Jünger durch die Bindung an seine Person Anteil haben (Lk 22,19.20)[cite: 1].

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1.3. Welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede haben Passah und Mahl des Herrn? 1.3.1. Gemeinsamkeiten

Das Passahfest erinnert an die Erlösung des Volkes Israel aus der Knechtschaft in Ägypten und ist damit ein Vorbild auf die umfassende Erlösung in Jesus Christus[cite: 2]. Es wurde eingesetzt, als Mose Israel aus Ägypten herausführte (2Mo 12,1-15)[cite: 2]. Gott ordnete an, dass in der Nacht des Auszugs in jedem Haus ein einjähriges, fehlerfreies Lamm sterben musste[cite: 2]. Das Blut des Lammes sollte an den äußeren Türrahmen des Hauseingangs gestrichen werden, damit das Gericht Gottes an ihnen vorüberginge[cite: 2]. D.h., das Lamm starb stellvertretend für die Erstgeburt der Israeliten[cite: 2]. Genauso starb der Herr Jesus stellvertretend für alle Menschen, um sie vor dem Strafgericht Gottes zu bewahren[cite: 2]. So wie Gott an der blutbestrichenen Tür in Ägypten vorbeiging, so entgeht der dem göttlichen Gericht, der die Vergebung durch das Blut des Herrn Jesus in Anspruch nimmt[cite: 2]. In diesem Sinn sagt Paulus in 1. Korinther 5,7b: „Auch unser Passahlamm, Christus, ist geschlachtet!“[cite: 2]

1.3.2. Unterschiede

Beim Passah handelte es sich um ein Gedächtnismahl, das innerhalb einer bestimmten Volksgemeinschaft (Israel) aufgrund einer historisch einmalig erlebten Befreiung eine Bedeutung hat[cite: 2]. Es wird als Familienfest gefeiert[cite: 2]. Das Mahl des Herrn ist ein Gedächtnismahl, bei dem nicht die Zugehörigkeit zu einer Volksgemeinschaft durch natürliche Geburt, sondern die persönliche Bindung an Jesus Christus Grundlage der Teilnahme an diesem Mahl und der dadurch symbolisierten Erlösung ist[cite: 2]. Die Erinnerung und Teilhabe an der Erlösung wird auch nicht mit einer kompletten Mahlzeit, sondern nur mit den Elementen Brot und Kelch verbunden, die auf das stellvertretende Sterben des Herrn Jesus und auf die Erlösung auf der Grundlage seines vergossenen Blutes hinweisen[cite: 2].

1.4. Welche Bedeutung hat das Mahl des Herrn?

Es ist das Mahl, das dem Herrn gehört[cite: 2]. Es findet zu seiner Ehre statt[cite: 2]. Es spricht von der Beziehung der Gläubigen zum Herrn[cite: 2]. Er, der Herr, thront über den Gläubigen zur Rechten Gottes[cite: 2]. Er, das „Haupt“, lenkt die „Glieder“[cite: 2]. Diese sind durch den Geist mit ihm fest verbunden[cite: 2].

1.4.1. Das Mahl des Herrn ist ein Gedächtnismahl (1Kor 11,25b)

Weil auch Gläubige vergesslich sind, will der Herr Jesus, dass sie sich immer wieder an das erinnern, was er getan hat[cite: 2]. Diese Erinnerung umfasst das Nachdenken darüber, wer er war (Joh 1,1-3), welch schweren Weg er gehen musste (Leidensgeschichte), wie schrecklich die Sünde und ihre Auswirkungen sind und wie hoch Gott ihn erhoben hat (Phil 2,9-11)[cite: 2].

1.4.2. Das Mahl des Herrn ist Verkündigung seines Todes (1Kor 11,26b)

In 1Kor 1,18 macht Paulus deutlich, dass der Kreuzestod des Herrn Jesus die Offenbarung der ganzen göttlichen Kraft ist[cite: 2]. Er macht klar, dass das, was in den Augen der Welt Schwachheit, Torheit und Blamage ist, in Gottes Augen der triumphale Sieg ist![cite: 2] Deshalb hat Gott Freude daran, wenn die Gläubigen durch Zeichen, welche Schwachheit symbolisieren, den siegreichen Erlösungstod des Herrn Jesus der sichtbaren und unsichtbaren (Eph 3,10) Welt verkünden[cite: 2].

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1.4.3. Das Mahl des Herrn ist Erwartung seiner Wiederkunft (1Kor 11,26c)

Der Herr Jesus hat versprochen, dass er die zu sich holen wird, die zu ihm gehören[cite: 3]. Er hat zugesagt, dass Haupt und Leib vereinigt werden[cite: 3]. Beim Mahl des Herrn erinnern sich die Gläubigen daran und freuen sich auf sein Wiederkommen[cite: 3].

1.4.4. Das Mahl des Herrn ist die Bezeugung der Gemeinschaft des einen Leibes (1Kor 10,16.17)

Das Mahl des Herrn zeigt nicht nur die Beziehung zum Herrn in der vertikalen Linie (der erhöhte Christus ist Herr jedes einzelnen Gläubigen), sondern auch zu den Gläubigen in der horizontalen Linie (alle Gläubigen bilden zusammen einen Leib)[cite: 3]. Es geht also auch um die Frage, mit wem Gläubige Gemeinschaft haben können und mit wem sie sie nicht haben können[cite: 3].

Mit allen, die durch das Blut des Herrn Jesus gereinigt sind, die zu dem Leib des Herrn Jesus gehören und die ein geheiligtes Leben führen, haben Kinder Gottes Gemeinschaft – auch Tischgemeinschaft[cite: 3]. Das ist ein Privileg, das konfessionelle Hürden überschreitet[cite: 3]. Durch die Erlösung in Jesus Christus bilden jetzt alle wiedergeborenen Gläubigen dieser Erde einen Leib, nämlich den Leib des Christus[cite: 3]. Das wird insbesondere beim Mahl des Herrn zum Ausdruck gebracht[cite: 3].

Mit Menschen jedoch, die nicht zu Christus gehören und mit Glaubensgeschwistern, die bewusst in Sünde leben, kann die Gemeinde Gottes keine Gemeinschaft beim Mahl des Herrn haben[cite: 3]. Sie würde sich sonst in Widerspruch setzen zu dem, was sie durch das Mahl des Herrn dokumentiert[cite: 3].

1.4.5. Versuch einer tiefergehenden Deutung der Elemente Brot und Kelch (Wein)

Das Symbol „Brot“ bedeutet: leidenden Tod und neues Leben[cite: 3]. Wie kein anderer Gegenstand trägt Brot die vielfache Andeutung von Tod in sich[cite: 3]. Angefangen über das Sterben des Samenkornes beim Säen, das Sterben beim Abernten, das Sterben beim Mahlen, das Sterben beim Backen, das Sterben beim Essen[cite: 3]. Dass der Herr Jesus einen noch „tieferen“ Tod gestorben ist, bleibt unfassbar für uns[cite: 3]. Doch andererseits steht Brot auch für Leben, Kraft und Wachstum[cite: 3]. Und so hat der Herr Jesus Leben und Unverweslichkeit hervorgebracht[cite: 3]. Durch seine Gnade und Barmherzigkeit gehören wir jetzt als Glieder zu einem neuen, geistlichen Leib, in dem er das herrliche Haupt ist[cite: 3]. Das Symbol „Kelch“ (Wein) bedeutet: stellvertretender Tod und neuer Bund[cite: 3]. Das Gewächs des Weinstocks ist ein Bild des Blutes[cite: 3]. Der Herr Jesus vergoss sein Blut am Kreuz und hauchte damit sein Leben aus („er übergab seinen Geist“)[cite: 3]. Durch diesen stellvertretenden Sühnetod wurde ein neuer Bund Gottes geschlossen[cite: 3]. Die Gläubigen dürfen Anteil haben an den Rettungen und Segnungen dieses neuen Bundes[cite: 3]. Mit dem vergossenen Blut des Herrn Jesus wird darüber hinaus eine reinigende und erlösende Wirkung verbunden (vgl. Hebr 9,12.14.22)[cite: 3].

1.4.6. Fehldeutungen des Herrenmahles

Während der Mahlfeier wird Christus weder geopfert noch verwandeln sich Brot und Wein in Leib Jesu und Blut Jesu[cite: 3].

Für das Herrn-Mahl wird in der katholischen Kirche der Begriff „Eucharistie“ gebraucht[cite: 3]. Das Wort „Eucharistie“ kommt aus der griechischen Sprache und bedeutet so viel wie „Danksagung“[cite: 3]. Dabei lehrt man, dass während jeder „Eucharistiefeier“ Christus als wirkliches Opfer durch den Priester geopfert wird[cite: 3]. Durch die segnende Vollmacht des Priesters verwandeln sich nach der Lehre[cite: 3]

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der katholischen Kirche Brot und Wein in „Leib Christi“ und in „Blut Christi“ (Transsubstantiationslehre)[cite: 4]. Dieses eucharistische Opfer wird als Sühne für Lebende und Tote dargebracht[cite: 4]. Dem katholischen Gläubigen wird durch den Priester die Hostie (das Brot) gereicht, wodurch der Gläubige mit Christus vereinigt wird und Nachlass von Sünden erfährt (nach: Bühne, W.: Ich bin auch katholisch, Seite 74, CLV, Bielefeld)[cite: 4].

Die Bibel lehrt an keiner Stelle, dass durch das Mahl des Herrn Sühnung für Lebende oder Tote getan wird oder gar Sünden nachgelassen werden[cite: 4]. Es gibt auch keinen Hinweis, dass Christus in den Zeichen „Brot und Wein“ leiblich gegenwärtig ist[cite: 4]. 1. Korinther 11,26 macht klar, dass Brot und Kelch auch nach dem Dankgebet (1Kor 11,24.25) immer noch Brot und Kelch sind[cite: 4]. Beides sind Zeichen und bleiben auch solche[cite: 4]. Das NT betont klar, dass das Opfer des Herrn Jesus keiner Wiederholung bedarf (Hebr 10,10)[cite: 4]. Das Nehmen von dem Brot und das Trinken aus dem Kelch während der Mahlfeier dient auch nicht der Vergebung von Sünden, wie es z.B. Luthers kleiner Katechismus, fünftes Hauptstück lehrt[cite: 4]. 1. Korinther 11,25 macht deutlich, dass es sich um ein Gedächtnismahl handelt, nicht aber um eine heilsvermittelnde Handlung (Sakrament)[cite: 4]. Erinnern kann man sich nur an etwas, was bereits geschehen ist[cite: 4]. D.h., der Teilnehmende erinnert sich an die vollbrachte Vergebung durch den Herrn Jesus auf Golgatha und daran, dass er diese Vergebung bereits in Anspruch genommen hat[cite: 4].

1.5. Wie feiert man das Mahl des Herrn?

Es gibt im NT keinen erkennbar festgelegten Ablauf einer Mahlfeier[cite: 4]. Lediglich ein Element, das fester Bestandteil dieser Mahlfeier sein muss, wird genannt: Das Brechen und gemeinsame Essen des Brotes und das Trinken aus dem Kelch, verbunden mit Danksagung (vgl. 1Kor 10)[cite: 4]. Aus verschiedenen Stellen (z.B. 1Kor 11) ist aber doch ein bestimmter Rahmen für das Herrenmahl in damaliger Zeit ersichtlich[cite: 4]. So stand es z.B. in Verbindung mit einer gemeinsamen Sättigungsmahlzeit, dieser sozusagen als „Anhängsel“ folgend[cite: 4]. Daraus ergaben sich in der korinthischen Gemeinde dann auch die in 1. Korinther 11 geschilderten Missstände[cite: 4]. Manche lesen auch aus Apostelgeschichte 2,42 eine bestimmte Reihenfolge von Elementen einer Gemeindezusammenkunft heraus[cite: 4]. Letztlich kann man jedoch ohne willkürliche Interpretationen kein festes Schema für den Ablauf des Herrenmahles aus dem NT herausarbeiten[cite: 4]. Seine Gestaltungsweise bleibt also innerhalb eines gewissen Rahmens „offen“ und wird bestimmt einmal von seiner Bedeutung her, andererseits von den Wirkungen des Heiligen Geistes her, dessen erstes Anliegen es ist, den Sohn zu ehren und zu verherrlichen (vgl. Joh 16,14)[cite: 4]. Der Erinnerungscharakter des Herrenmahles legt Gestaltungselemente wie z.B. Schriftlesung und Liedgut nahe, welche Einzelheiten über Taten und Wesen des Herrn Jesus sowie die Bedeutung seines Handelns und seiner Person ins Gedächtnis rufen können[cite: 4]. Seinem Verkündigungscharakter wird man nicht zuletzt durch persönliches Bekenntnis und Lobpreis in Lied und Gebet gerecht[cite: 4]. Sein Erwartungscharakter spiegelt sich wider in der freudigen Bekundung der Hoffnung auf den wiederkommenden Herrn[cite: 4]. Der Gemeinschaftscharakter des Herrenmahles bezeugt sich in einem harmonischen Miteinander und Einbringen des gemeinsamen Lobens und Dankens und der sonstigen Gestaltungselemente[cite: 4]. Der Höhepunkt dabei ist sicher das gemeinsame Essen des Brotes und Trinken aus dem Kelch, bei dem die Gemeinschaft des einen Leibes mit seinem Haupt, Jesus Christus, am deutlichsten zum Ausdruck kommt[cite: 4].

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1.6. Wann und wie soll man am Mahl des Herrn teilnehmen?

Grundsätzlich kann jeder wiedergeborene Christ am Mahl des Herrn teilnehmen[cite: 4]. Da die Durchführung einer Mahlfeier jedoch unlösbar im Zusammenhang mit einer örtlichen Gemeinde steht, regelt sich die Teilnahme auch durch die Beachtung einer gewissen Ordnung, mit der die verantwortlichen Führer einer Gemeinde die Zulassung zur Mahlfeier regeln[cite: 4]. Dabei sollten die Ältesten von der Frage gelenkt werden: Wen würde der Herr „zulassen“, bzw. nicht „zulassen“?[cite: 4] Grundvoraussetzung einer Zulassung zur Teilnahme ist dabei immer das persönliche Bekenntnis des Betreffenden, wiedergeborener Christ und damit Glied am Leibe Christi zu sein[cite: 4]. Neben der Verpflichtung jedes Teilnehmenden zur Selbstprüfung (1Kor 11,28) stehen die Ältesten einer Gemeinde in der Verantwortung, sowohl Außenstehenden wie auch dem gemeinde-internen „Nachwuchs“ a) Belehrung über die Bedeutung des Mahles zu geben und b) zu prüfen, ob die Betreffenden die Voraussetzung zur Teilnahme (Wiedergeburt, reiner und geheiligter Wandel, frei von Irrlehre nach 2Jo 10) erfüllen[cite: 4]. Dies geschieht zum Wohl des Teilnehmenden, um ihn ggf. davor zu bewahren, sich selbst „Gericht zu essen und zu trinken, indem er des Leibes und Blutes des Herrn schuldig“ wird (vgl. 1Kor 11,27-30)[cite: 4]. Unter Umständen wird dabei ein Eingreifen der Ältesten mit entsprechenden Zuchtmaßnahmen in Absprache mit der Gemeinde notwendig sein (vgl. 1Kor 5,1ff)[cite: 4]. Der Beginn der Teilnahme erfolgt nicht „automatisch“ mit dem Erreichen eines bestimmten Alters oder nach einer gewissen Eingewöhnungsphase bei Neuzugang, sondern er hängt einzig und allein ab von der durch die Bekehrung geknüpften persönlichen Glaubensbeziehung zu Jesus Christus und ihrer beständigen Pflege in der Nachfolge[cite: 4].

Zugleich ist damit auch gesagt, welche innere Haltung bei der Teilnahme an der Mahlfeier anzustreben ist: eine von Sünde und Schuld gereinigte und unbelastete Beziehung zu Jesus Christus und ein aus der erlebten Errettung und den täglichen Erfahrungen des Glaubens genährter Wunsch zur Anbetung des Herrn Jesus[cite: 4].

2. Vorüberlegungen zur Situation der Schüler

Den meisten Schülern wird die Thematik fremd sein[cite: 4]. Tiefergehende Informationen über das Mahl des Herrn werden in Sonntagsschule, Kindergottesdienst und Jungschar nur selten vermittelt[cite: 4].

So unterschiedlich wie das Abendmahlsverständnis von Kirchen und Gemeinden ist, so verschieden wird die Ausgangsposition der Schüler sein: Für die einen ist es eine feierliche Stunde, die jeden Sonntag stattfindet, für die anderen ein Höhepunkt der Gemeinde innerhalb längerer Zeiträume, für die einen eine Zeugnisstunde, für die anderen eine Erinnerung an das Werk Jesu[cite: 4].

Den tieferen Sinn dieser Handlung werden sie kaum erfasst haben, geschweige denn die biblischen Begründungen für die praktische Durchführung[cite: 4]. Von daher wird eine gründliche Erarbeitung unbedingt erforderlich sein[cite: 4]. Dabei sollte von der Einsetzung des Mahls durch den Herrn Jesus selbst und der Praxis der ersten Christen ausgegangen werden, wie sie in der Apostelgeschichte und in den Briefen des Paulus beschrieben sind[cite: 4].

Damit kann auch der persönliche Bezug zur Abendmahlsfeier aufgebaut werden[cite: 4]. Wenn der Schüler begreift, dass es eben nicht um reine Pflichterfüllung oder um eine Gemeindestunde unter vielen geht, sondern dass dahinter der persönliche Wunsch Jesu steht, kann dieses Gedächtnismahl eine ganz andere Bedeutung im Leben des Schülers gewinnen[cite: 4].

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Es geht nicht darum, den Schüler mit den vielfältigen Fehlentwicklungen im Laufe der Kirchengeschichte in Bezug auf das Abendmahl vertraut zu machen, sondern darum, ihn zur Fähigkeit anzuleiten, anhand der Bibel selbständig die Bedeutung und die Handhabung des Abendmahls zu erfassen[cite: 5].

3. Aufbau der Unterrichtseinheit

Überblick
Lernziele Lernschritte
Das Herrenmahl als wichtiges Element des Gemeindelebens werten[cite: 5].
Erkennen, dass es um etwas anderes als „satt werden“ geht[cite: 5].
Auf dem Hintergrund seines Ursprungs die Bedeutung dieses Mahles in Kernaussagen benennen können[cite: 5].
Feststellen, dass mit dem Essen und Trinken in der Gemeinde etwas ausgedrückt werden soll[cite: 5].
Mögliche Gründe für Essen und Trinken im täglichen Leben sammeln[cite: 5].
Gründe für die Mahlfeier in der Gemeinde erwägen[cite: 5].
Den Ablauf eines Passahmahles in seinen Einzelheiten kennenlernen[cite: 5].
Das letzte Zusammensein des Herrn mit seinen Jüngern als Passah-Mahlfeier identifizieren[cite: 5].
Feststellen, dass während des Passahmahles ein neues Mahl eingesetzt wird[cite: 5].
Die Bedeutung der Elemente dieses neuen Mahles vom Bibeltext her benennen und zuordnen[cite: 5].
In der Gegenüberstellung zum Passahmahl die tiefere Bedeutung und Tragweite des Herrenmahles erfassen[cite: 5].
Die Praxis der Mahlfeier in Einzelheiten reflektieren und dabei zwischen unterschiedlichen Zielsetzungen unterscheiden lernen[cite: 5].
Den jeweiligen Bezugspunkt von Passah- und Herrenmahl benennen[cite: 5].
Parallelen zwischen beiden Mahlfeiern erarbeiten und zwei Vergleichspunkte in einem Kernsatz zusammenfassen[cite: 5].
Den Ablauf einer Mahlfeier an einem Beispiel heutiger Praxis beschreiben[cite: 5].
Vier Zielsetzungen dieser Handlung mit Aussagen in Bibeltexten verbinden und anhand einer Grafik ihre praktische Bedeutung erörtern[cite: 5].
Einen Bibeltext in seinem Charakter als hilfreiches Mittel zur Erinnerung an Person und Werk des Herrn Jesus erkennen und bearbeiten[cite: 5].
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Den Zusammenhang zwischen persönlichem Glaubensleben und der Teilnahme am Mahl des Herrn erkennen und begründen können, warum zur Teilnahme am Mahl des Herrn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein müssen[cite: 5]. Die Beziehung zwischen Einladendem und Eingeladenen zu einem Festmahl an einem Beispiel untersuchen[cite: 5].
Die Grundvoraussetzung zur Teilnahme aus einem Bibeltext ableiten und im Gegenüber dazu Gründe für einen Ausschluss von der Teilnahme kennenlernen[cite: 5].
Möglichkeiten einer persönlichen Vorbereitung auf die Teilnahme am Festmahl sammeln und die innere Haltung beschreiben[cite: 5].
Von der Notwendigkeit erfahren, die persönliche Verantwortung durch Selbstprüfung und Reinigung bei der Teilnahme am Mahl des Herrn wahrzunehmen[cite: 5].
Aus Bibeltexten Tätigkeiten für die Praxis der Mahlfeier ableiten[cite: 5].
3.1. Erste Stunde: Wie entstand das Mahl des Herrn?
1. Schritt: Brainstorming, Ergebnisse auf dem Arbeitsblatt festhalten[cite: 5].
Mögliche Fragen: Was fällt euch ein zu dem Stichwort „Mahl des Herrn“? Was geschieht mit den hier dargestellten Gegenständen in der Gemeinde? Welche Bezeichnungen für diese Handlung kennt ihr noch?[cite: 5]
Einstieg
siehe AB 14.1.pdf[cite: 5]
2. Schritt: Ausgehend von Mahlzeiten aus dem täglichen Leben Gründe ermitteln, gemeinsam etwas zu essen, die über die bloße Absicht, satt zu werden, hinausgehen[cite: 5]. Daran anschließend mögliche Gründe erörtern, warum Christen zu einer Mahlfeier zusammenkommen[cite: 5].
Erarbeitung
siehe AB 14.1.pdf[cite: 5]
3. Schritt: Die Ursprungssituation des Herrenmahles bildet eine wichtige Grundlage für sein richtiges Verständnis[cite: 5]. Anhand der „Menü-Karte“ und des Szenenbildes Vorstellung der Elemente des Passahmahles als Hintergrund der Einsetzung des Herrenmahles[cite: 5]. Dabei darauf achten, dass Passahmahl und Herrenmahl nicht verwechselt werden[cite: 5].
Bearbeitung des Bibeltextes anhand der Fragen[cite: 5]. Es soll deutlich werden a) in welcher Situation dieses Mahl eingesetzt wurde (das Sterben Jesu am Kreuz stand unmittelbar bevor), und b) an welcher Stelle der Herr Jesus vom üblichen Verlauf des Passahmahles abweicht und etwas Neues einführt[cite: 5].
Vertiefung
siehe AB 14.2.pdf[cite: 5]
4. Schritt: Herausstellung der beiden Elemente, die der Herr Jesus hervorhebt und denen er eine neue Bedeutung zuweist[cite: 5]. Anhand der Fragen in Verbindung mit dem Bibeltext in Lukas 22,19-22 erarbeiten die Schüler, welche Bedeutung Brot und Wein haben und auf welches Ereignis sie sich beziehen[cite: 5].
Die Symbolik von Brot und Wein kann anhand der letzten Frage noch eingehender erörtert werden[cite: 5].
Erarbeitung
siehe AB 14.3.pdf[cite: 5]
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Vertiefung

Anwendung
Mögliche Fragen an die Schüler für ein vertiefendes Gespräch: Warum setzte der Herr Jesus das Brotbrechen während des Passahmahles ein? Warum sagte er: „Mit Sehnsucht habe ich mich gesehnt, dieses Mahl mit euch zu essen“? (Lk 22,15) Worin unterscheidet sich das „Mahl des Herrn“ vom „Passahmahl“? (Anm.: Aus Liebe zu den Menschen „sehnte“ der Herr Jesus sich danach, das ein für alle Mal gültige „stellvertretende Passahlamm“ zu werden. Alle Menschen aller Zeiten stehen unter dem Gerichtsurteil Gottes. Durch das vergossene Blut des „Passahlammes Jesus“ sollten alle die Möglichkeit bekommen, dass das Gericht Gottes [ewige Verdammnis] an ihnen vorübergeht.)[cite: 6]
3.2. Zweite Stunde: Was bedeutet es, das Mahl des Herrn zu feiern?
Einstieg / Gespräch
siehe AB 14.4.pdf[cite: 6]
1. Schritt: Gegenüberstellung von Passah und Herrenmahl mit ihren zentralen Bezügen[cite: 6]. Hinführung zur Erarbeitung der Parallelen mit der Frage: Was haben beide Feiern auf den ersten Blick gemeinsam?[cite: 6]
Erarbeitung
siehe AB 14.4.pdf
Partner- o. Stillarbeit[cite: 6]
2. Schritt: Parallelen zwischen dem Passah und dem Mahl des Herrn anhand vorgegebener Bibelstellen herausarbeiten[cite: 6]. Dabei werden verschiedene Prinzipien entdeckt: die zentrale Bedeutung des Lammes, die göttlichen Ordnungen beim Essen und der Gedächtnismahlcharakter[cite: 6].
Im Gegenüber zum Passah lässt sich sehr gut die Bedeutung und Tragweite des Erlösungswerkes Jesu aufzeigen[cite: 6].
Erarbeitung
siehe AB 14.5.pdf[cite: 6]
3. Schritt: Überlegungen zum konkreten Ablauf einer Mahlfeier[cite: 6]. Gespräch über die Frage: Was geschieht beim „Mahl des Herrn“? Welche Beobachtungen habt ihr gemacht? In einfachen Worten den Ablauf der „Mahlfeier“ schildern und kurze, beschreibende Texte unter die Bilder schreiben lassen[cite: 6]. Ggf. weitere Einzelheiten des Ablaufs erörtern und begründen[cite: 6].
Die vier Hauptfunktionen oder Bedeutungen des Herrenmahles anhand der Bibeltexte erörtern[cite: 6]. Eine genaue Zuordnung zwischen Begriff und Bibeltext ist wichtig[cite: 6]. Sie sollte sorgfältig herausgearbeitet und durch das Unterstreichen bzw. Füllen der Lücken gesichert werden[cite: 6].
Erarbeitung / Vertiefung
siehe AB 14.6.pdf[cite: 6]
4. Schritt: Die verschiedenen Beziehungen, die beim Mahl des Herrn deutlich werden, abschließend in Verbindung mit einer Grafik vertiefen[cite: 6].
Der Aspekt der Erinnerung wird mit der Bearbeitung eines Bibeltextes aufgegriffen und in seiner praktischen Bedeutung für die Mahlfeier durch die Bearbeitung der dazu gestellten Aufgaben erschlossen[cite: 6].
Zusätzlich kann man weitere Elemente einer Mahlfeier erörtern, die besonders auch den Aspekt der Erinnerung betonen (z.B. Gebet, Lied usw.)[cite: 6].
3.3. Dritte Stunde: Die Teilnahme am Mahl des Herrn
Einstieg
siehe AB 14.7.pdf[cite: 6]
1. Schritt: Bildimpuls (gedeckter Tisch) in Verbindung mit verbalem Impuls: Ein König möchte ein großes Festmahl feiern … Welche Personen wird er wohl einladen?[cite: 6] Ergebnis: Es wird nicht jeder X-Beliebige, sondern es werden solche eingeladen, die in irgendeiner Beziehung zur Person des Königs stehen[cite: 6].
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Überleitung: Auch beim Mahl des Herrn nehmen nur solche teil, die in einer besonderen Beziehung zum Herrn Jesus stehen …[cite: 6]

2. Schritt: Erarbeitung der Grundvoraussetzung für die Teilnahme am Mahl des Herrn (Wiedergeburt, lebendige Beziehung zum Herrn Jesus) und von Gründen, die eine Teilnahme an diesem Mahl unmöglich machen[cite: 6]. Die Gründe dafür sollten unter Berücksichtigung der Bedeutung dieses Mahles im Gespräch genau erörtert bzw. erklärt werden[cite: 6].
Anhand von 1. Korinther 5 kann ggf. auch auf die Praxis der Gemeindezucht eingegangen werden[cite: 6].
Ergebnis: Die Teilnahme am Mahl des Herrn setzt ein ungetrübtes Verhältnis zum Herrn dieses Mahles voraus[cite: 6].
Erarbeitung / Gespräch
siehe AB 14.7.pdf[cite: 6]
3. Schritt: Weiterführend wird auf die persönliche Verantwortung bei der Teilnahme an der Mahlfeier hingewiesen (siehe 1Kor 11,27ff)[cite: 6]. Dabei wird mit der Fragestellung „Wie bereiten sich die Eingeladenen auf das Festmahl vor?“ an dem Beispiel des Königs angeknüpft[cite: 6]. Zwei Aspekte sollten im Vordergrund stehen: a) ein unbelastetes Verhältnis und b) frohe Erwartung und Freude[cite: 6].
Bezogen auf das Mahl des Herrn wird zunächst der Aspekt der inneren Reinigung und Heiligung aus den Bibelstellen abgeleitet[cite: 6]. Wie diese Selbstprüfung und Reinigung aussieht, kann an zwei Beispielen erörtert werden[cite: 6].
Den stärkeren Eindruck soll der Aspekt der Freude und Dankbarkeit bei der Teilnahme am Mahl des Herrn ausmachen[cite: 6]. Gegenüber der notwendigen Selbstprüfung unbedingt herausstellen, dass dies ein Mahl der Freude ist und nicht mit Angst und Furcht verbunden sein soll[cite: 6].
Neben der persönlichen Verantwortung des Teilnehmenden sollte noch einmal der Wunsch Jesu betont werden: Er sehnt sich danach, dass seine Erlösten an ihn denken und seinen Tod verkündigen[cite: 6]. Diese Verkündigung geschieht durch Dank, Lob und Anbetung mit großer Freude über die Erlösungstat Jesu[cite: 6]. Bedeutung und Wert des Abendmahls in den Augen des Herrn besonders betonen[cite: 6].
Mit dem abschließenden Bezug auf die Situation der Urgemeinde kann noch einmal verdeutlicht werden, welche Auswirkung die Freude über das Erlösungswerk für das Gemeindeleben haben kann[cite: 6].
siehe AB 14.8.pdf

siehe AB 14.9.pdf[cite: 6]

4. Abschließende Vergegenwärtigung

Kaum ein Element des neutestamentlichen Gemeindelebens ist im Verlauf der Geschichte des Christentums kontroverser diskutiert worden als das Herrenmahl[cite: 6]. Anliegen dieser Lektion ist es, weniger in diese kontrovers geführte Diskussion einzusteigen, als vielmehr zu versuchen, von der Bibel her die wesentlichen Grundgedanken zu diesem besonderen Mahl aufzuzeigen[cite: 6]. Erst auf dieser Grundlage können dann auch alle weiteren praktischen Fragen mitbedacht werden[cite: 6]. Es ist allerdings ganz natürlich, dass man dabei auch auf die von den Schülern erlebte Praxis der Mahlfeier Bezug nehmen muss[cite: 6]. Es sollte aber deutlich werden, dass die Art und Weise, wie das Herrenmahl gefeiert wird, vom NT her weitgehend offenbleibt[cite: 6]. Wichtig ist es, herauszuarbeiten, dass die Teilnahme und Gestaltung dieses Mahles aus einer lebendigen Beziehung zum Herrn dieses Mahles heraus geschieht[cite: 6]. Nur unter dieser Voraussetzung wird man im Zusammenhang mit der Feier dieses Mahles überhaupt erst das Anliegen haben, sich möglichst nahe an den neutestamentlichen Grundgedanken zu orientieren[cite: 6].

Lektion 14

Bei dem einen oder anderen Schüler wird die Bearbeitung dieser Lektion vielleicht den Wunsch wecken, persönlich an diesem Mahl teilzunehmen[cite: 7].

Mögliche Hausaufgaben – eintragen unter der Rubrik ZUM LERNEN:[cite: 7]

  • Lies Hebräer 12,2.3! Welche Wirkung hat die Beschäftigung mit dem Herrn Jesus auf das Leben in der Nachfolge?[cite: 7]
  • Worauf sollen die Gläubigen gegenseitig achten? Warum? Lies dazu Hebräer 10,23-25![cite: 7]
  • In welchem Zustand soll ein Kind Gottes zum Brotbrechen erscheinen? Lies dazu 1. Korinther 11,20-34 und Matthäus 5,23.24![cite: 7]

5. Materialhinweise

  • Jaeger/Pletsch (Hrsg.), Biblische Lehre kompakt, CV Dillenburg, Lektion 14[cite: 7]
  • Charles C. Ryrie, Die Bibel verstehen, CV Dillenburg, 74. Symbole der Gemeinde, IV. Das Abendmahl: S. 474-475[cite: 7]
  • Friedhelm Keune, Abendmahl – Gedächtnismahl – Brotbrechen, CV Dillenburg[cite: 7]
  • Christian Lehmann, Wozu Taufe und Abendmahl?, SCM Brockhaus[cite: 7]
  • Das letzte Abendmahl, Video, SCM Hänssler[cite: 7]
  • Rudolf Möckel, Anbetung als Lebensstil, CV Dillenburg[cite: 7]
  • Internet: siehe Angaben im Material zum Download[cite: 7]
Lektion 14 – Interaktive Lerninhalte
Übung: Mahl des Herrn Lektion 14.1

1. Warum essen und trinken Christen im Rahmen des Abendmahls?

Aussage 1: Christen kommen in der Gemeindestunde zusammen, um einfach nur ihren Hunger zu stillen.
FALSCH (Es geht nicht um bloße Sättigung.)
Aussage 2: Das Mahl drückt den Wunsch aus, Gemeinschaft mit dem Herrn Jesus und untereinander zu haben sowie sich an ihn zu erinnern.
RICHTIG
Lernziel-Check 1 AB 14.1
Übung: Ursprung (Passah) Lektion 14.2

2. Der biblische Hintergrund (Lukas 22)

In welcher Situation setzte Jesus das neue Mahl ein?
Kurz vor seinem qualvollen Tod beim letzten gemeinsamen Passah-Essen mit den Jüngern.
Aussage: Jesus führte das neue Mahl während des laufenden Passahmahles ein.
FALSCHEs geschah, nachdem das Passah beendet war bzw. mit den neuen Elementen (Brot und Kelch) im Anschluss.
Lernziel-Check 2 AB 14.2
Lektion 14 – Interaktive Lerninhalte 234
Übung: Bedeutung von Brot & Kelch Lektion 14.3

3. Symbole und ihre Bedeutung

Wofür steht das Brot im Abendmahl?
Für die Hingabe des Leibes Jesu.
Wofür steht der Wein im Kelch?
Für das vergossene Blut Jesu (und die Rettung durch seinen Tod am Kreuz).
Lernziel-Check 3 AB 14.3
Übung: Passah & Herrenmahl im Vergleich Lektion 14.4

4. Parallelen und Lückentext

Welches gemeinsame Merkmal haben Passahlamm und Christus?
Beide sind „ein Lamm ohne Fehler“ (vgl. 2. Mo 12,5 / 1. Petr 1,19).
Lückentext-Auswertung:
So wie das Passah-Lamm in Ägypten rettete, rettet uns heute der stellvertretende Tod des Sohnes Gottes am Kreuz.
Lernziel-Check 4 AB 14.4
Lektion 14 – Interaktive Lerninhalte 235
Übung: Ablauf und Zweck Lektion 14.5

5. Die 4 Kern-Bedeutungen des Mahles

Ordne die Begriffe richtig zu (1. Korinther 10 & 11):
• Gemeinschaft der Gläubigen
• Erinnerung an Leiden & Sterben
• Verkündigung des Todes des Herrn
• Erwartung der Wiederkunft Jesu
Lernziel-Check 5 AB 14.5
Übung: Jesaja 53 & das Opfer Jesu Lektion 14.6

6. Vertiefung (Jesaja 53)

Was ist das Besondere an dem, was Jesus getan hat?
Seine unfassbare Erniedrigung, indem Er als der Gerechte wie ein Schwerverbrecher für uns starb!
Lernziel-Check 6 AB 14.6
236 Lektion 14 – Interaktive Lerninhalte
Übung: Teilnahme-Voraussetzungen Lektion 14.7

7. Wer darf am Mahl teilnehmen? (Wahr/Falsch)

Aussage 1: Jeder Mensch, der eine Gemeindestunde besucht, nimmt automatisch teil.
FALSCH (Voraussetzung ist eine persönliche Glaubensbeziehung, vgl. Joh 1,12.)
Aussage 2: Wer bewusst unbußfertig in schweren Sünden lebt (nachweisbar laut NT), soll vom Mahl ausgeschlossen werden.
RICHTIG (Zum Schutz der Gemeinde und des Betreffenden, vgl. 1. Kor 5.)
Lernziel-Check 7 AB 14.7
Übung: Innere Haltung & Selbstprüfung Lektion 14.8

8. Vorbereitung und Selbstprüfung

Was ist vor der Teilnahme am Mahl des Herrn geboten?
Eine gründliche Selbstprüfung (1. Kor 11,28), das Bereinigen von Streit (Mt 5) und das Bekennen von Sünden (1. Joh 1,9), um in froher Erwartung zu feiern.
Lernziel-Check 8 AB 14.8